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Objekt des Monats Mai

In dieser Rubrik wollen wir ein Objekt unserer Sammlung vorstellen. Es ist diesmal wieder ein Neuzugang aus der Sammlung Klaus Stolz, Feucht. Er hat uns dankenswerterweise 43 historische Rechenmaschinen, Rechenschieber und Rechenhilfsmittel überlassen.

Unser Objekt für diesen Monat ist der „Addometer“ Dieser mechanische Scheibenaddierer wurde ab 1927 bis ca. 1955 hergestellt. Gebaut von „Reliable Typewriter & Adding Machines Co, Chicago, USA“

Unser Exemplar besitzt die Seriennummer 023904.
Bei einer Größe von 29 x 6 x 1,4 cm, wiegt sie etwa 400 g.
Sie ist voll funktionsfähig.

Beschreibung:
Auch wenn es durch die Bezeichnung „Scheibenaddierer“ nicht sofort ersichtlich ist. Unsere Maschine beherrscht auch die Subtraktion. In beiden Fällen erfolgt bei der Berechnung ein automatischer Zehnerübertrag. Diese Maschinen waren vor allem im kaufmännischen Bereich eingesetzt. Addieren langer Zahlenketten, also z.B. von Rechnungsbeträgen, konnte damit schnell ausgeführt werden.

Den Addometer gab es daher in unterschiedlichen Ausführungen, entsprechen den Währungen, die damit berechnet werden sollten.

Die Variante fuer England hatte von links gesehen, 4 Scheiben dezimal (für Pfund), 2 Scheiben für Schilling (die rechte dezimal, die linke zeigt im Ergebnis nur 0 und 1; Zehnerübertrag erfolgt nach jeder geraden Zahl, eben bei 20 Schillings = 1 Pfund), 1 Scheibe 1-12 und 1 Scheibe Viertel-Teilung (für Pence).

Unsere Ausführung hat 8 Drehscheiben bei der die Farbgebung die Teilung in Cent/Pfennig, der Werte bis 999 und die weiteren 3 Stellen darüber anzeigt. Es besteht aus Messingblech und kann als Lineal genutzt werden. Dessen Maßeinheit ist allerdings in Zoll. (siehe links)

Zuglöschung und herausziehbarer Drehstift befinden sich unten rechts im Gehäuse.

Erwähnenswert:

Der Addometer war vor allem in den USA weit verbreitet. In Deutschland verwendete man fuer diese Rechenaufgaben sogenannte Zahlenschieber, wie den Addiator oder Addimult. Diese konnten bei gleicher Stellenanzahl weitaus kompakter gebaut werden als die länglichen Addometer, so dass es hierfür Ausführungen für die Hemdtasche gab.

Wo?

Wer diese Maschine life erleben, oder sie sogar selbst testen will, kann an einem Donnerstag zur Zuse-Vorführung vorbei schauen oder unter Tel. 09131/8527027 einen Termin vereinbaren. Ausgestellt im RRZE, Martensstrasse 1, 1.Stock, Im „ZUSE-Raum“, Zimmer. 1.009

Funktion:

Die Beschreibung befindet sich an der Maschine, vorne, rechts unten.

(+) TO ADD – USE LARGE FIGURES – TURN TO RIGHT

(-) TO SUBTRACT – USE SMALL FIGURES – TURN TO LEFT

Doch zuerst muss man die Anzeigen auf „0“ stellen, indem man den Schieber unten rechts, ganz herauszieht.
Die Addition „57 + 68“ geschieht folgendermaßen:

  • Drehstift in das Loch mit großen, innenstehenden „5“ im Einerdrehkreis.
  • Nach rechts drehen bis zum Anschlag unten. Anzeige = „5“
  • Drehstift in das Loch mit großen, innenstehenden „7“ im Zehnerdrehkreis.
  • Nach rechts drehen bis zum Anschlag unten. Anzeige = „7“
  • Drehstift in das Loch mit großen, innenstehenden „6“ im Einerdrehkreis.
  • Nach rechts drehen bis zum Anschlag unten. Anzeige = „1“
  • Drehstift in das Loch mit großen, innenstehenden „8“ im Zehnerdrehkreis.
  • Nach rechts drehen bis zum Anschlag unten. Anzeige = „6“
  • Anzeige im Hunderterdrehkreis = „1“
  • Jetzt subtrahieren wir 95 folgendermaßen:
  • Drehstift in das Loch mit kleinen, außenstehenden „5“ im Einerdrehkreis.
  • Nach links drehen bis zum Anschlag unten. Anzeige = „0“
  • Drehstift in das Loch mit kleinen, außenstehenden „9“ im Zehnerdrehkreis.
  • Nach rechts drehen bis zum Anschlag unten. Anzeige = „3“
  • Anzeige im Hunderterdrehkreis = „0“

Sonstiges:

Beworben wurde der Addometer 1927 mit den Slogan:
„…Does all the work of bulky 300$ machines, yet costs only 10$ all“

Weitere Informationen: http://www.rechnerlexikon.de/artikel/Addometer_(Reliable)

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