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Objekt des Monats März

In dieser Rubrik wollen wir ein Objekt unserer Sammlung vorstellen. Es ist diesmal ein Neuzugang aus der Sammlung Klaus Stolz, Feucht. Er hat uns dankenswerterweise 43 historische Rechenmaschinen, Rechenschieber und Rechenhilfsmittel überlassen.

Ein besonders schönes und historisch interessantes Stück ist die „Mercedes Euclid 1“. Eine mechanische Rechenmaschine die von 1908 bis 1924 hergestellt wurde. Gebaut von den „Mercedes BureauMaschinen Ges.m.b.H.“ in ZellaMehlis, im Thüringer Wald. Unser Exemplar, bei der keine Seriennummer zu entdecken ist, stammt vermutlich aus dem Jahr 1918. Bei einer Grösse von 38 x 18 x 22 cm, wiegt sie etwa 13 Kg. Sie ist voll funktionsfähig.

Das Besondere

Es ist eine Proportionalhebelmaschine.
Das Funktionsprinzip geht auf den bedeutendsten deutschen Rechenmaschinenkonstrukteur Christel Hamann (1870–1948) zurück. Das Proportionalhebelprinzip hatte Hamann in den Jahren 1902 und 1903 entwickelt. Das erste Serienmodell seiner auf diesem Prinzip beruhenden Rechenmaschine war die hier vorgestellte Euclid Modell 1. Dieses Prinzip war optimal für den Motorbetrieb, der erst bei den Nachfolgemodellen die Kurbel
ersetzte. Dabei wurden pro Kurbel/Motorumdrehung neun Zahnstangen je ihrer Wertigkeit (19) in Längsrichtung verschoben. Mit den Zahlenschiebern wurde zuvor, per Hand ein Zahnrad auf einer quadratischen Achse, entsprechend seiner Wertigkeit auf die entsprechende Zahnstange geschoben. So wurden hier pro Kurbelumdrehung die einzelnen Zahnräder entsprechend ihres eingestellten Wertes um n-Schritte weitergedreht und diese Anzahl an das Dezimale Rechenwerk weitergegeben. Es ist eine 4-spezies Rechenmaschine; beherrscht also die 4 Grundrechenarten. Mit entspechender Kenntnis konnte damit z.B. auch die Quadratwurzel gezogen werden.

 

Erwähnenswert

Der Markenname „Mercedes“ wurde von den Daimler Motorenwerken erworben, die seit 1901 unter diesen Namen Automobile verkauften. Die 1906 in Berlin gegründet Firma siedelte sich zwei Jahre später in Mehlis an. Dort gab es durch die dortige Waffenproduktion qualifizierte und billige Feinmechaniker.

 

Wo ist die Mscine ausgestellt?

Wer diese Maschine live erleben, oder sie sogar selbst testen will, kann an einem Donnerstag zur ZuseVorführung vorbeischauen oder unter Tel. 09131/8527027 einen Termin vereinbaren. Ausgestellt im RRZE, Martensstrasse 1, 1.Stock, In der Grossvitrine vor Zimmer. 1.018 (Hier beginnt auch die frei zugängliche Führungslinie mit den Vitrinen)

Funktionsweise

PROPORTIONAL – HEBEL, Prinzipieller Aufbau
Benutzer Eingabe (9 Schiebehebel)

1) Wenn z.B. die Zahl 805963 ueber die Schieber eingegeben wird, werden die Zahnräder auf die entsprechenden Zahnstangen geschoben.
2) Das Drücken der [+] Taste legt den Drehpunkt an der „0“-Stange fest. (Drücken der [-] Taste legt den Drehpunkt an der „9“-Stange fest.)

MaschinenZyklus:
3) Das KupplungsGetriebe verbindet Eingabe mit der ArithmetikEinheit.
4) Der Motor startet den ersten HalbZyklus.
5) Die ProportionalHebel werden verschoben.
6) Jedes Zahnrad macht die entsprechenden Schritte und über deren quadratische Achse wird ihre Drehung weitergeleitet…
7) die Ziffern werden in der ArithmetikEinheit aufsummiert.
8) Das Kupplungs-Getriebe trennt die Eingabe von der Arithmetik-Einheit.
9) Der Motor macht den zweiten HalbZyklus
10) und der 10er-Übertrag wird aktiviert, wenn nötig.
11) Die ProportionalHebel gehen in ihre Ausgangsposition zurück.

 

Innenleben der Mercedes Euclid 1.

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