Neuzugang: Mauser HUE, elektromechanische Rechenmaschine
Spender: Adolf Spies, Bamberg am 27.05.2026
Inventarnummer: I2213
Standort: TR10.6.1
Objekt: Mauser HUE, Elektromechanische Rechenmaschine
Modell: HUE
Hersteller: Mauser-Werke AG, Oberndorf (Neckar)
Baujahr: ca. 1938
Seriennummer: 16421
Maße: 485 x 250 x 280 (L/B/H)
Gewicht: 14800 g
Kommentar:
Diese Mauser HUE, auch Mauser-Addi genannte Rechenmaschine wird von einem Elektromotor angetrieben und beruht auf dem Zahnstangenprinzip.
Die Mauser der Serie „H“ ist eine Zweispezies, Simplexmaschine die es auch in einer einfachen Version als „H8“ mit EW = 7-stellig, RW = 8-stellig und ohne direkte Subtraktion gab.
Die Namenszusätze „S“ bezeichnen die direkte Subtraktion bis Null, „U“ die direkte Subtraktion unter Null und „E“ den Elektroantrieb des jeweiligen Modells.
Während bei frühen Modellen (ab 1933) auch die elektrisch angetriebenen Rechner mit einem Hebel versehen waren, der den Motorantrieb ausgelöst hat, besitzt unsere Maschine eine Taste am Bedienfeld. Die Abdeckung des Hebels fehlt. Die Hebelwelle darunter ist vorhanden.
Die Maschine besitzt ein sichtbare Anzeige des Rechenwerkes und im selben Fenster eine Sondereinrichtung, bei der nach jedem Arbeitsgang eine Anzeige erscheint, ob subtrahiert oder addiert worden ist.
Die Maschine kann nach Belieben schreibend oder nicht schreibend verwendet werden.
Für Buchungszwecke ist ein 37 cm breiter Wagen vorgesehen, der nachträglich aufgesetzt wird.
Die Kapazität beträgt 10 Stellen im Einstellwerk und 11 Stellen im Resultatwerk.
Die Mauser AG ist vor Allem als Waffenproduzent bekannt.
Ab 1929 begann man, ähnlich wie Walther einige Jahre zuvor, die Produktion von Rechenmaschinen. Zuerst stellte man die Modelle A bis D, nach den Plänen und Patenten der Firma Ruthard her.
Mit der Baureihe „H“ aus der auch unsere Maschine stammt, erfolgte ab 1933 die Produktion eigenständig entwickelter Modelle.

Es folgten Buchungs, Zinsstaffel-und Sondermaschienen, ehe im Februar 1944 durch einen Luftangriff das Kapitel Rechenmaschinen für Mauser endete.
Die Betriebsanlagen wurden zur Reperation abgebaut und nach Frankreich verbracht.
Hier wure sie unter dem Namen „MLS“ gebaut und vertrieben.
(Societe Technico Commerciale des Machines Automatiques Modernes s.a.r.l.
Manufacture Nationale dArmes de Levallois, Paris.)
Erwähnenswert ist auch, daß die Mauser Kleinrechenmaschine „KA“ nicht nur in Frankreich weitergebaut wurde, sondern auch in unserer Region einen neuen Produktionsstandort fand.
Die „NFI“, Nürnberg-Fürther Industriewerk, später Dynamit-Actien-Gesellschaft Nürnberg, Dynamit-Nobel AG, produzierte dies Maschinen ab 1950 weiter unter ihren Namen.
Ein solches Exemplar ist auch in der ISER vorhanden.
Anzeige aus „Freude und Arbeit“ von 1938





